Sie führen die Eppendorfer Caritas seit 21 Jahren und sind nun seit
vier Jahren, erst im Dekanat, dann auf der Ebene der Großpfarrei
engagiert. Wie schafft man das mit 71 Jahren?
Beermann: Sich ehrenamtlich zu engagieren, hält fit und lenkt von
eigenen Wehwehchen ab. Alles, was ich bisher in Caritas an Kraft und
Zeit investiert habe, ist um ein Vielfaches an Bestätigung und innerer
Zufriedenheit zurück geflossen. Sorgen macht mir die Altersstruktur in
unserem Verband. Es wäre schön, wenn sich auch jüngere Frauen bei uns
engagieren würden.
Warum spenden Sie die Eppendorfer Caritas-Kollekte an den
Mittagstisch?
Beermann: Unser kirchlicher Auftrag fußt auf der christlichen
Botschaft ,Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt
ihr mir getan'. Dazu passt auch unserer Jahresthema ,Menschen am Rande
– Menschen unter uns'. An der Swidbertstraße werden Menschen betreut,
auf die dieses zutrifft. Ihnen gehört schon seit längerem unser
Augenmerk und unsere Zuwendung.
Nun wird der Betreute Mittagstisch von der Diakonie getragen. Warum
investieren Sie einen Teil Ihres Engagements in einen kirchlichen
Mitbewerber?
Beermann: Ich betrachte kirchliche Basisarbeit, egal von wem sie
geleistet wird, über die Grenzen der Konfessionen hinaus. Ich finde,
gegenseitige Unterstützung ist ein Zeichen von gelebter Ökumene.