Kaplan Albert Akohin stammt aus Togo und tritt in St. Maria Magdalena
seine Stelle als Kaplan an
Am Sonntag beginnt der neue Kaplan Albert Akohin (39) seinen
Dienst in der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Magdalena. Vor acht
Jahren kam der 39-Jährige aus Togo und begann zuerst ein BWL-Studium.
WAZ-Mitarbeiter Simon Wiggen hat mit ihm über seine
Heimat, seine Berufung und seine Aufgaben in Höntrop gesprochen.
Konnten Sie damals schon so gut Deutsch sprechen? Akohin:
Nein. Ich kannte nur ein Wort: dumm. Das hat meine Oma immer gesagt,
wenn sie mit uns geschimpft hat. Erst als ich hier einen Deutschkurs
belegt habe, wusste ich, was das bedeutet.
Seit wann wussten Sie, dass Sie Priester werden wollen? Ich
bin im Togo katholisch erzogen worden und hatte als Kind schon darüber
nachgedacht. Als ich dann nach Deutschland kam, habe ich zuerst
Betriebswirtschaftslehre studiert. Aber damit war ich nicht zufrieden.
Ich wollte ein religiöses Leben führen. Ich war ein halbes Jahr in
Taizé, einem spirituellen Ort in Frankreich für Jugendliche aus aller
Welt. Dort ist mir dann klar geworden, dass ich Priester werden möchte.
Ich will nah an den Menschen dran sein. An der Ruhr-Universität habe
ich dann angefangen zu studieren.
Welche Unterschiede gibt es zwischen den Gottesdiensten in
Europa und Afrika? Die Struktur der Heiligen Messe ist natürlich
die gleiche, allerdings gibt es kulturelle Unterschiede. Beim Evangelium
steht die deutsche Gemeinde auf. Im Togo setzt man sich traditionell
hin, wenn jemand aus der Ferne kommt und eine Nachricht überbringt,
weil man nur so aufmerksam zuhören kann. So ist das auch mit der frohen
Botschaft aus der Bibel. Wenn wir Kollekte halten, dann kommen als
erstes diejenigen nach vorne, die an einem Montag geboren worden sind.
Dabei wird Musik gespielt und getanzt. Anschließend kommen die
Dienstagskinder und alle anderen dran. Noch während der Messe wird
ausgezählt, welche Gruppe am meisten gespendet hat. Am Ende wird das
Ergebnis dann bekannt gegeben. Die einen freuen sich, die anderen sagen:
Nächste Woche spenden wir mehr als die Freitagskinder! Vielleicht kann
man das hier ja auch mal ausprobieren?
Gibt es im Togo auch Kirchenschließungen? Nein. Das
wäre im Togo undenkbar. Aus unserer Sicht ist das nicht zu verstehen.
Wir sind um jede Kirche dankbar, die neu gebaut wird. Aber das ist nun
mal die Entwicklung in Europa. Im Togo fehlt vielen Gemeinden das Geld,
eine Kirche zu bauen. Dort wird die Messe auch manchmal in Hütten
gefeiert.
Welche Aufgaben werden Sie in Ihrer neuen Gemeinde übernehmen?
Typisch für einen Kaplan ist es, sich um die Jugendlichen zu kümmern.
Ich spiele sehr gerne Fußball, vielleicht kann ich das in die
Jugendarbeit mit den Messdienern irgendwie einbauen. Man darf aber auch
die alten Menschen nicht vergessen. Ich finde es toll, dass in Höntrop
alles nebeneinander liegt: Kirche, Kindergarten, Jugendheim und
Altenheim. Ich habe gehört, dass sich die einzelnen Gruppen auch
manchmal besuchen. So können die Kinder von den Erfahrungen der Alten
lernen und die Alten sehen, was die Kinder heute machen. Das finde ich
toll.
ERSTE HEILIGE MESSE
Empfang im Pfarrheim
Albert Akohin (39) ist in einem Dorf 150 Kilometer von der Hauptstadt
Lomé im Togo geboren.
Nach seinem Theologie-Studium in Bochum und Straßburg war er
Diakon in der Duisburger Innenstadt-Gemeinde. Am Freitag vor Pfingsten
wurde er zum Priester geweiht.
Die erste Heilige Messe in seiner neuen Gemeinde feiert er am
Samstag, 27. Juni, um 18 Uhr in St. Theresia in Eppendorf. Nach den
Gottesdiensten am Sonntag um 9.30 Uhr in St. Theresia und um 11 Uhr in
St. Maria Magdalena ist ein festlicher Empfang im Pfarrheim in
Eppendorf vorbereitet.