Ansprache von Marianne Liebich, KiTa-Leitung KATH. KINDERTAGESEINRICHTUNGSANKT THERESIA VOM KINDE JESU, zum 60. Bestehen der KiTa

60. Geburtstagsfeier der kath. Kita St. Theresia von Kinde Jesu am 07. Juni 2024

Wenn wir auf einen Geburtstag blicken, der mehrere Jahrzehnte alt ist, schauen wir gerne auch darauf, wie alles begann.

3 Padres bauten 1931 die Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu: Pater Apolinaris, Pater Laurentius und Pater Fabian. Pater Fabian fühlte sich berufen Geld zu sammeln, um einen Kindergarten bauen zu lassen. Die Eppendorfer Familien unterstützenten das Vorhaben und freuten sich über die Möglichkeit den Kindern, die noch nicht zur Schule gingen, einen Ort anzubieten, damit diese sich begegnen, gemeinsam spielen, gestalten und innerhalb dieses Miteinanders anhand der Erfahrungen voneinander lernen können. Frau Brigitte Musiol übernahm 1964 die Leitung des zunächst 2- gruppigen Kindergartens und zusammen mit Frau Meinert und Frau Müller organisierten sie mit viel Engagement die Gestaltung des Kindergarten- Alltags und die Feste und Feiern. Der Kindergarten war 37 Jahre lang Brigitte Musiols Lebenswerk und legendär sind noch heute ihre Flötenkurse für Erwachsene und Kinder. So mancher der hier anwesenden Erwachsenen wird sich entweder mit Freude daran erinnern oder die Flöte schon längst vergraben haben. Denn Brigittes Devise lautete: Ohne Fleiß keinen Preis! Und ohne umgesetzte Hausaufgaben, also Flötenübungen, keine zufriedene Brigitte Musiol.

Wir gedenken an dieser Stelle, in dieser Minute mit Respekt und Wertschätzung an Brigitte Musiol und den weiteren Mitarbeiter: innen des Kindergartens, welche inzwischen verstorben sind und danken für den langjährigen Einsatz für die Kinder und Familien der Gemeinde.

Immer mehr Familien fragten nach einem Kindergartenplatz und so beschloss die Gemeinde 1996 einen Anbau, um eine dritte Gruppe zu ermöglichen.

Natürlich sah die Kindergartenlandschaft während der Zeit von 1964 bis 2002 anders aus, als heute. Die meisten Kinder besuchten den Kindergarten vormittags, einige kamen aber auch nachmittags zum Spielen in den Kindergarten. Eltern trafen sich zu intensiven Bastelkreisen und organisierten Bazare und Feste. Und der erste Computer wurde im Jahr 2000 gekauft, aber die Kenntnisse damit umzugehen waren gering, so dass er kaum genutzt wurde, was sich bald ändern sollte.

Die anschließenden gesellschaftlichen Veränderungen brachten es mit, dass immer mehr Frauen eine Berufstätigkeit ausüben wollten, dies in Teilzeit und Vollzeit.  Frau Musiol erkrankte 2001 so schwer, so dass sie nicht mehr in die Berufswelt zurückkehren konnte und 2002 eine neue Leitung für den Kindergarten gesucht wurde. Und so fand Pastor Schmidt zusammen mit einigen Kirchenvorstandsmitgliedern und Eltern des Elternbeirates- mich! Oder man könnte auch sagen meine Seele sucht neue Herausforderungen und so „fand“ ich den Kindergarten St. Theresia in Wattenscheid Eppendorf. Ich traf auf Kolleginnen, die mich offen aufnahmen und tatsächlich bilden 5 dieser Mitarbeiterinnen noch heute das Kernteam: Frau Thiel, Frau Gil, Frau Lukosz, Frau Bauer und ich. Hinzu kam vor 9 Jahren Frau Francis und vor zwei Jahren Frau Anastasia Panta und unsere Frau für Küche und Ordnung, Frau Konti und inzwischen auch viele Auszubildende, die jungen Schwung mitbrachten und bei den Kindern sehr beliebt sind. Und auch die Verbindung zu Frau Herrmann und Frau Zemelka, die unsere Kita verließen, weil das Stundenkontingent durch die Schließung der 3. Gruppe im Jahre 2016 nicht mehr ausreichte, reiste nie ab. Wir freuen uns immer noch, wenn wir voreinander hören oder uns begegnen. Selbst Frau Musiol besuchte, nachdem es ihr besserging, noch einige Jahre den Kindergarten und einige Kinder nahmen tatsächlich auch noch Flötenunterricht. Und dies ist das Band, welches diese Kita trägt und auszeichnet!

Wir wissen alle, dass das Einzige was im Leben Bestand hat, der Wandel ist. Und die Kindergartenlandschaft veränderte sich in den darauffolgenden Jahren rapide, ebenso wie die Zugehörigkeiten von Gemeinden und Kirchen. Aus Kindergärten wurden Kitas, also Kindertagesstätten und nahezu alle Kinder bleiben über Mittag und mindestens 7 Stunden täglich. Das Kinderbildungsförderungsgesetzt ermöglichte die vermehrte Übermittag- Betreuung und den Ausbau von Plätzen für unter Dreijährige, erschwerte aber auch, durch die veränderte Finanzierungsform, den 2- und 3- Gruppigen Kitas, eine auskömmliche Finanzierung derer. Die Gemeinde St. Theresia wurde zur Filialkirche erklärt und die Zuordnung nach St. Maria Magdalena wurde beschlossen. 2007 wurde der Kita-Zweckverband im Bistum Essen gegründet und unsere Kita wurde 2009 in die neue Trägerschaft überführt.  Pastorale Zuständigkeiten ordneten sich stetig neu, ebenso wie damit verbundene Ansprechpartner und Kitas fanden immer mehr eine Akzeptanz dafür, dass diese sich als Bildungseinrichtungen auszeichnen. Unser Team ging diese Wege stetig mit.

Wir stellten das Kind mit seinen elementarsten Bedürfnissen in die Mitte, begannen die Gruppen zu öffnen, lebten und leben Verbundenheit und Partizipation mit Kindern, Familien und allen weiteren Eppendorfern, den Pfadfindern, Mitarbeiter: innen der Gemeindebücherei, Vertreter: innen des Kirchenvorstandes, der Caritas, von Kolping und Kfd, dem pastoralen Team. Und unsere Interessen für die Kinder und Familien fanden stets Gehör und wurden unterstützt! Unser Team beschloss 2007 Papilio- Kita zu werden, weil es für die Kinder so wertvoll ist, wenn sie sich mit ihren Gefühlen auskennen und damit umgehen können und wir benötigten einen Personalraum, eine neue Küche oder eine Mitarbeiterin brauchte seelische Unterstützung, oder der Spielplatz sollte eine Seil- und Kletterlandschaft werden…Es gab immer einen Ansprechpartner, der Türen öffnete. So ist dies auch heute noch. Denn in Eppendorf hält man zusammen und feiert gemeinsam! Und bevor ein so wertvolles Gebäude geschlossen wird, wie unser Heinrich-Peters-Haus, wird ein Förderverein gegründet und das Haus flottgemacht, wodurch uns immer mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

 Und wenn es möglich und sinnvoll gewesen wäre, die Kirche zu erhalten, weil die Schließung dieser Kirche mit vielen wichtigen Erfahrungen dieser Menschen verbunden ist, wäre auch dies vollbracht worden.

Aber auch an dieser Stelle setzten sich alle Beteiligten zusammen, brachten ihre Ressourcen ein und entwickelten im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses ein Modell für ein Mehrgenerationskonzept: Wir lassen die Kirche im Dorf! Und jede Generation wird hier Möglichkeiten erhalten sich zu begegnen, Brücken zu bauen, wie es Knut Grusemann benannt hatte: Kinder von 1 Jahr bis zum Schuleintritt werden eine neue 4- gruppige Kita besuchen, die Pfadfinder und weiteren Verbands- Gruppen werden in den an der Kita angebauten Räumen, Möglichkeiten für Begegnungen erhalten und auch die Generation der Senioren wird im weiteren Bauverlauf Wohnungen bewohnen können, die zu diesem Projekt gehören. Dies ist perspektivisch eine Lebensweise, welche Menschen zusammenbringt, zusammenhält. Sie leben in Räumlichkeiten, welche die Nutzung der jeweiligen Interessen ermöglicht, dies aber in gegenseitiger Zugewandtheit und den Möglichkeiten sich zu begegnen, gemeinsam zu feiern, sich zu unterstützen und voneinander zu lernen: Das ist es, was Menschsein ausmacht und was sich lebendig anfühlt: Sich mit gegenseitigen Respekt und Wertschätzung in Verbundenheit zu begegnen!

Und ich könnte noch viele Namen nennen, von Menschen, die unser Tun unterstützten und dies immer noch tun. Pastor Schmidt und Gertrude Knepper und Hans-Werner-Tönnies und weitere von pastoraler Seite, Herr Scherkamp, der unsere Homepage gewissenhaft pflegt, viele Vertreter: innen von Seiten des Kirchenvorstandes und inzwischen natürlich auch Vertreter: innen unseres Trägers des Kita-Zweckverbandes mit denen wir inzwischen die vielen ordnenden, bürokratischen fachlichen Aufgaben umsetzen. Und bevor wir Frau Nickel, unsere Gebietsleitung, begrüßen, die einige Worte sprechen wird, möchte ich abschließend im Namen des Teams den Familien danken, dass wir Ihre Kinder begleiten durften und dürfen. Zu den Familien zählen für uns die Kinder, Eltern, Großeltern, Tanten und Freunde der Familien, welche ein Stück des Lebensweges gemeinsam mit uns gegangen sind, die jetzigen und die Ehemaligen. Einige Ehemalige sind heute hier- wir freuen uns sehr darüber und werden uns gleich weiter austauschen! Und bitte sehen Sie es mir nach, wenn ich nicht alle für uns wertvollen Menschen namentlich benannt habe. Sie alle halten wir in unsere Herzen!

Wir möchten an dieser Stelle noch jemanden als Mitglied unseres Teams ehren, die unseren Kita-Alltag seit nahezu 20 Jahren vor und bei jedem Fest, jeder Feier mit ihrer Gitarre begleitet. Sie kommt Wochen vor den Festen zum Lieder üben in die Kita und lebt diese Gemeinschaft, wie wir lebensfreundliche Kita leben und deshalb lieben die Kinder sie und wir wertschätzen sie besonders. Jeder wird wissen von wem wir sprechen: Unsere Frau Homey! Wir danken von Herzen und segnen dein Sein und dein Tun, liebe Margret!

So wie wir alle Anwesenden segnen möchten, damit wir weiterhin Segen sind für uns und die Menschen, die unser Licht benötigen!

Herzlichen Dank! 

Marianne Liebich, KiTa-Leitung KATH. KINDERTAGESEINRICHTUNGSANKT THERESIA VOM KINDE JESU 

Fotos und ein Bericht über den Ablauf der Feier des Jubiläums folgen.

 

07. Juni: Unsere KiTa wird 60!

Am 07. Juni wird unsere KiTa 60 Jahre, und das wird gefeiert.